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Zinsänderungsrisiko beim Hauskauf: Warum Warten teuer werden kann

Viele Kaufinteressenten warten auf fallende Immobilienpreise oder niedrigere Zinsen. Doch das Warten birgt ein massives finanzielles Risiko.

Was ist das Zinsänderungsrisiko?

Das Zinsänderungsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die Kreditzinsen zwischen deinem Entschluss zum Hauskauf und dem eigentlichen Kaufabschluss steigen. Da Immobilien über Jahrzehnte finanziert werden, haben selbst winzige Zinssteigerungen gravierende Auswirkungen auf die Gesamtkosten und die monatliche Leistbarkeit.

Der Hebel der Zinsen

Ein Rechenbeispiel: Du möchtest einen Kredit über 400.000 € aufnehmen.

Bei 3,0% Zinsen (und 2% Tilgung) zahlst du eine monatliche Rate von ca. 1.666 €. Nach 10 Jahren hast du gut 106.000 € Zinsen an die Bank überwiesen.

Steigt der Zins auf 4,0%, klettert die Rate bei gleicher Tilgung auf ca. 2.000 € pro Monat. Nach 10 Jahren hast du bereits über 144.000 € Zinsen gezahlt. Eine Steigerung um nur 1% Zins kostet dich also fast 40.000 € mehr – und jeden Monat 334 € extra.

Warten auf den "richtigen" Zeitpunkt

Viele Familien sparen jahrelang weiteres Eigenkapital an, um die Kreditsumme zu senken. Das Problem: Wenn in dieser Zeit die Bauzinsen steigen, wird der finanzielle Vorteil des angesparten Eigenkapitals oft komplett aufgefressen. Wer beispielsweise 3 Jahre wartet und 30.000 € anspart, steht am Ende bei einem Zinsanstieg von 1% oft finanziell schlechter da, als jemand, der sofort mit weniger Eigenkapital gekauft hätte.

So minimierst du das Risiko

Wenn du eine Immobilie im Blick hast, sichere dir die Zinsen so schnell wie möglich. Ein Zinsbindungszeitraum von 10, besser 15 oder 20 Jahren schützt dich vor zwischenzeitlichen Zinsanstiegen. Wer noch keine Immobilie hat, kann das Risiko simulieren: Mit dem Nettopilot Immobilien-Zeitpunkt-Rechner kannst du exakt durchspielen, ab welchem Zinsanstieg sich das Warten auf den Kauf nicht mehr lohnt.
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Pruefe, wie Finanzierung, Eigenkapital und Vermoegensaufbau in deinem Fall gegeneinander laufen.

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Häufige Fragen

Sollte ich lieber warten, bis die Zinsen wieder fallen?

Das ist eine riskante Spekulation. Niemand kann Zinsentwicklungen verlässlich vorhersagen. Wenn dir eine Immobilie gefällt, du das nötige Eigenkapital hast und dir die aktuelle Rate gut leisten kannst, ist der "richtige Zeitpunkt" meistens: Jetzt.

Was passiert nach Ablauf der Zinsbindung?

Wenn deine Zinsbindung nach z.B. 10 Jahren ausläuft, musst du die Restschuld zu den dann aktuellen Marktzinsen neu finanzieren (Anschlussfinanzierung). Sind die Zinsen in der Zwischenzeit stark gestiegen, kann deine monatliche Rate plötzlich deutlich höher ausfallen.

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