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Eigenkapital beim Hauskauf: Wie viel brauchst du wirklich?

Kein Immobilienkauf ohne Erspartes. Doch wie viel Geld muss wirklich auf dem Girokonto liegen, bevor du zur Bank gehst?

Warum brauche ich Eigenkapital?

Banken verleihen ungern Geld für Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler), da diese keinen physischen Gegenwert bieten – sie sind beim Kauf reiner Konsum. Außerdem dient Eigenkapital als Puffer: Solltest du das Haus verkaufen müssen und der Immobilienmarkt ist in der Zwischenzeit leicht gefallen, stellt das Eigenkapital sicher, dass der Bankkredit trotzdem vollständig zurückgezahlt werden kann.

Die eiserne Regel: Nebenkosten + 20%

Eine solide Finanzierung besteht daraus, die kompletten Kaufnebenkosten (ca. 10%) und zusätzlich 20% des eigentlichen Kaufpreises aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Bank finanziert dann nur 80% des Kaufpreises (die sogenannte 80%-Finanzierung).

Beispiel (400.000 € Kaufpreis):
• 40.000 € für Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer etc.)
• 80.000 € Eigenkapital (20% vom Kaufpreis)
→ 120.000 € benötigtes Startkapital.

Geringere Zinsen = Mehr Netto vom Gehalt

Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto sicherer fühlt sich die Bank – und desto günstigere Zinsen bietet sie dir an. Eine 80%-Finanzierung hat deutlich bessere Konditionen als eine 95%-Finanzierung. Dieses "kleine" Zins-Ersparnis summiert sich über die Laufzeit oft auf Zehntausende Euro und senkt deine monatliche Immobilienrate massiv.

Zählt ein Bausparvertrag oder ETF als Eigenkapital?

Ja. Alles, was sich schnell flüssig machen lässt, zählt als Eigenkapital: Tagesgeld, Festgeld, Bausparguthaben, Aktien oder ETF-portfolios. Auch ein bereits abbezahltes, schuldenfreies Grundstück kann als Eigenkapital bewertet werden. Selbst erbrachte handwerkliche Leistungen ("Muskelhypothek") werden von Banken oft mit bis zu 10% der Kreditsumme anerkannt – erfordern aber viel Fachkenntnis und Zeit.

Die 100%-Finanzierung (Kaufpreis-Finanzierung)

Viele Banken finanzieren heute auch 100% des Kaufpreises – du bringst also "nur" das Geld für die Kaufnebenkosten mit. Voraussetzung dafür ist ein hohes, extrem sicheres Einkommen (z.B. Beamte oder Ärzte). Der Haken: Die Bank lässt sich das deutlich höhere Risiko durch Zinsaufschläge von oft 0,5% bis 1,0% gut bezahlen.
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Häufige Fragen

Kann ein Ratenkredit als Eigenkapital dienen?

Nein, das nennt sich "Nachrangdarlehen" und wird von Banken nicht als echtes Eigenkapital gewertet, da es die Schuldenlast (und damit das Risiko bei Jobverlust) sogar noch erhöht.

Gilt finanzielle Hilfe der Eltern als Eigenkapital?

Ja. Wenn Eltern Geld schenken (Schenkungssteuer-Freibetrag von 400.000 € je Elternteil beachten!) oder ein zinsloses Darlehen gewähren ("Verwandtendarlehen"), kann dies voll als Eigenkapital in die Finanzierung einfließen.

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