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Die versteckten Kaufnebenkosten: Was beim Hauskauf wirklich dazukommt

Wer den Kaufpreis einer Immobilie sieht, ahnt oft nicht, was noch obendrauf kommt. Die Kaufnebenkosten können leicht 10% des Preises verschlingen.

Was sind Kaufnebenkosten?

Beim Immobilienkauf zahlst du nicht nur den Verkäufer, sondern auch den Staat (Steuern), den Notar (Beurkundung) und eventuell einen Makler (Vermittlung). Diese Kosten nennt man Kaufnebenkosten. Das Tückische: Banken finanzieren diese in der Regel nicht mit – du musst sie komplett aus eigenem Kapital bezahlen.

Die Grunderwerbsteuer (3,5% bis 6,5%)

Dies ist oft der größte Posten. Die Grunderwerbsteuer fällt bei jedem Immobilienkauf an (außer beim Kauf von direkten Verwandten in gerader Linie). Die Höhe ist Ländersache: In Bayern und Sachsen zahlst du 3,5%, in Berlin, Brandenburg oder NRW hingegen stolze 6,5%. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € sind das in NRW sofort 26.000 €, die du an das Finanzamt überweisen musst.

Notar und Grundbuch (ca. 1,5% bis 2%)

Ein Immobilienkauf in Deutschland ist nur mit notarieller Beurkundung gültig. Der Notar entwirft den Kaufvertrag, verliest ihn und veranlasst die Eintragung ins Grundbuch (Auflassungsvormerkung und Eigentumsübergang). Auch die Bank trägt hier ihre Grundschuld als Sicherheit ein. Dafür werden Gebühren fällig, die gesetzlich geregelt sind und sich auf gut 1,5% bis 2% des Kaufpreises belaufen.

Die Maklerprovision (bis zu 3,57%)

Wird die Immobilie über einen Makler vermittelt, wird eine Courtage fällig. Seit Ende 2020 gilt: Wer den Makler beauftragt (meist der Verkäufer), muss mindestens die Hälfte der Provision zahlen. In der Praxis zahlen Käufer und Verkäufer fast immer jeweils 3,57% (inkl. MwSt.) des Kaufpreises. Bei einem 400.000 € Haus sind das für den Käufer weitere 14.280 €.

Insgesamt: Bis zu 12% extra

Je nach Bundesland und ob ein Makler involviert ist, können die Kaufnebenkosten zwischen 5% (Bayern, ohne Makler) und 12% (NRW, mit Makler) liegen. Kaufst du eine Bestandsimmobilie, kommen oft noch Renovierungskosten (z.B. neue Böden, Malerarbeiten) oder energetische Sanierungen hinzu. Nutze unseren Immobilien-Zeitpunkt-Rechner, um all diese Kosten für deine Wunsch-Immobilie exakt zu simulieren.
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Häufige Fragen

Zählen Einbauküche oder Möbel zur Grunderwerbsteuer?

Nein! Mitverkaufte bewegliche Extras (wie eine Einbauküche oder eine Markise) unterliegen nicht der Grunderwerbsteuer. Wenn deren Wert im notariellen Kaufvertrag separat ausgewiesen wird, sparst du auf diesen Teil die Steuer (oft einige hundert Euro Ersparnis).

Finanziert die Bank die Nebenkosten mit (110%-Finanzierung)?

Heutzutage sehr selten und nur bei Top-Verdienern mit makelloser Bonität. Banken verlangen saftige Zinsaufschläge für solche Vollfinanzierungen. Der Standard ist, dass Käufer zumindest die Kaufnebenkosten plus 10-20% des Kaufpreises als Eigenkapital mitbringen.

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