Versicherung

Die Renteninformation richtig lesen: So hoch ist deine Rentenlücke wirklich

Einmal im Jahr kommt sie per Post: Die Renteninformation. Viele heften sie ungelesen ab – dabei ist sie das wichtigste Dokument für deine Altersvorsorge.

Was ist die Renteninformation?

Jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist und 5 Jahre in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt hat, erhält jährlich die Renteninformation. Sie gibt dir eine erste, vorsichtige Hochrechnung, mit welcher Rente du im Alter rechnen kannst. Sie ist keine Garantie, aber dein wichtigster Kompass, um zu erkennen, wie groß deine Rentenlücke ausfällt.

Die 3 wichtigsten Zahlen

Auf der ersten Seite findest du drei fettgedruckte Zahlen:

1. Rente wegen voller Erwerbsminderung: Diese Summe bekommst du monatlich gezahlt, wenn du ab heute wegen Krankheit oder Unfall gar nicht mehr arbeiten könntest.

2. Bisher erworbene Anwartschaft: Das ist der Betrag, den du erhalten würdest, wenn du ab sofort keinen einzigen Cent mehr in die Rentenkasse einzahlst, aber regulär in Rente gehst.

3. Voraussichtliche Regelaltersrente: Die wichtigste Zahl. Das ist die Hochrechnung deiner Rente, wenn du bis zum Rentenbeginn (meist 67 Jahre) exakt so weiterverdienst wie in den letzten 5 Jahren.

Die Inflation ist dein größter Feind

Achtung: Die voraussichtliche Rente ist nicht inflationsbereinigt. Auf Seite 2 der Information warnt die Deutsche Rentenversicherung ausdrücklich vor dem Kaufkraftverlust. Bei 2% Inflation sind 1.500 € voraussichtliche Rente in 30 Jahren nur noch gut 800 € wert. Du kannst also nicht 1.500 € von heute mit 1.500 € in 30 Jahren vergleichen.

Die Rentenanpassung

Oft wird auf der Renteninformation noch eine zweite, höhere Zahl ausgewiesen (z.B. "bei 2% jährlicher Rentenanpassung"). Das ist eine optimistische Prognose, falls die Renten jedes Jahr steigen. Verlasse dich für deine Planung lieber auf die niedrigere Standard-Schätzung, um Rückschläge im Demografischen Wandel abzufedern.

So berechnest du deine Rentenlücke

Nimm 80% deines heutigen, monatlichen Netto-Bedarfs. Das ist grob der Betrag, den du im Alter zum Leben brauchst. Ziehe davon deine voraussichtliche Regelaltersrente ab (vergiss nicht: die Rente muss noch versteuert werden und Krankenversicherung geht auch noch ab!). Die Differenz ist deine monatliche Rentenlücke, die du dringend durch private Vorsorge (z.B. ETF-Sparplan) schließen musst.
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Häufige Fragen

Gilt die Renteninformation auch rückwirkend?

Auf Seite 2 (oder dem Beiblatt) findest du deinen Versicherungsverlauf. Prüfe diesen genau! Oft fehlen Ausbildungszeiten oder Nebenjobs. Diese Lücken kannst du durch eine Kontenklärung beim Rentenversicherer schließen – das bringt bares Geld.

Was bedeutet "Regelaltersgrenze"?

Das ist das Alter, ab dem du abschlagsfrei in Rente gehen darfst. Für alle ab Jahrgang 1964 liegt diese Grenze bei 67 Jahren. Gehst du z.B. mit 63 in Rente, musst du hohe Abschläge in Kauf nehmen (0,3% pro Monat, den du früher gehst).

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