Vorsorge

Der Notgroschen: Wie hoch er sein sollte und wo er hingehört

Der Notgroschen ist das absolute Fundament deiner Finanzen. Bevor du auch nur einen Euro in ETFs oder Aktien investierst, muss dieses Polster stehen.

Was ist ein Notgroschen?

Ein Notgroschen (oder Notfallfonds) ist eine eiserne Reserve, die ausschließlich für ungeplante, unaufschiebbare Ausgaben reserviert ist. Das können sein: Die kaputte Waschmaschine, eine teure Autoreparatur oder ein plötzlicher Jobverlust. Der nächste Sommerurlaub oder ein neues Smartphone sind keine Notfälle!

Wie hoch sollte das Polster sein?

Die Faustregel lautet: 3 bis 6 monatliche Fixkosten. (Achtung: Gemeint sind die Fixkosten, nicht das volle Nettogehalt).

3 Monate reichen, wenn du Single bist, zur Miete wohnst, einen sehr sicheren Job (z.B. Beamter) und keine großen Verpflichtungen hast.
6 Monate (oder mehr) brauchst du, wenn du eine Immobilie finanzierst, Kinder hast oder selbstständig/freiberuflich bist, wo Einkünfte auch mal wegbrechen können.

Wo gehört der Notgroschen hin?

Der Notgroschen muss sicher und im Notfall sofort verfügbar sein. Daher hat er im Girokonto und im Aktiendepot nichts zu suchen. Auf dem Girokonto rutscht er schnell in die Alltagsausgaben, im ETF schwankt er und könnte bei einem Crash genau dann nur noch die Hälfte wert sein, wenn du ihn dringend brauchst. Der ideale Ort: Ein gut verzinstes, separates Tagesgeldkonto.

Wie spare ich ihn am besten an?

Richte dir als Erstes ein kostenloses Tagesgeldkonto (z.B. bei der ING, DKB oder C24) ein. Dann legst du einen Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang an (Bezahle dich selbst zuerst!). Auch wenn du nur mit 50 € im Monat startest – der Effekt auf deine Nerven und dein Sicherheitsgefühl ist unbezahlbar. Werfe jeden Geldsegen (Steuerrückzahlung, Urlaubsgeld, Bonuszahlungen) direkt auf das Tagesgeldkonto, bis dein individuelles Ziel erreicht ist.
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Häufige Fragen

Darf ich einen Notfall-Engpass auch mit dem Dispo überbrücken?

Der Dispokredit ist mit oft 10% bis 15% Zinsen die teuerste Möglichkeit, sich Geld zu leihen. Genau dafür ist der Notgroschen da: Um dich vor der Schuldenfalle des Dispos zu bewahren.

Mein ETF-Sparplan läuft schon, aber ich habe keinen Notgroschen. Was tun?

Pausiere den ETF-Sparplan sofort. Leite die Sparrate 1:1 auf das Tagesgeldkonto um, bis du (mindestens) 3 Monatsausgaben zusammen hast. Danach kannst du den ETF-Sparplan mit bestem Gewissen reaktivieren.

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