Steuern

Midijob vs. Minijob: Ab wann lohnt es sich mehr?

Wer etwas mehr arbeiten möchte als in einem reinen 556-Euro-Job, landet oft im sogenannten "Übergangsbereich" – dem Midijob. Wir zeigen die Vor- und Nachteile.

Der Minijob: Brutal einfach

Seit 2026 liegt die Grenze für den Minijob bei 556 € im Monat (oder 6.672 € im Jahr). Der große Vorteil: Für Arbeitnehmer ist der Minijob in der Regel komplett steuer- und sozialversicherungsfrei. Brutto = Netto. Du bekommst die vollen 556 € ausgezahlt. Einzig von der Rentenversicherung könntest du etwas abgezogen bekommen (3,6%), allerdings kannst du dich davon befreien lassen.

Was ist ein Midijob?

Verdienst du mehr als 556 €, aber höchstens 2.000 € im Monat, befindest du dich im Midijob (offiziell: Übergangsbereich). In dieser Gleitzone zahlst du nicht sofort die vollen Sozialabgaben (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung), sondern profitierst von reduzierten Sätzen. Erst bei exakt 2.000,01 € setzt die volle Beitragslast ein.

Steuern im Midijob

Im Minijob zahlt der Arbeitgeber oft eine Pauschalsteuer (2%). Im Midijob hingegen bist du komplett steuerpflichtig nach den normalen Steuerklassen. Liegt dein Jahresgehalt inklusive Midijob (z.B. als Student) aber unter dem Grundfreibetrag (12.096 € in 2026), fällt am Ende ohnehin keine Einkommensteuer an. Hast du den Midijob als Zweitjob neben einem Hauptberuf, landest du in Steuerklasse 6 – und dann wird ca. die Hälfte des Gehalts abgezogen.

Sozialabgaben im Detail

Der Clou beim Midijob: Deine Sozialabgaben steigen gleitend an. Bei 557 € Verdienst liegt die Belastung für den Arbeitnehmer bei unter 1% (der Arbeitgeber trägt den Löwenanteil). Je näher du der 2.000 €-Grenze kommst, desto höher wird dein prozentualer Anteil an den Sozialabgaben, bis er den regulären Satz von ca. 20% erreicht. Wichtig: Trotz der vergünstigten Beiträge profitierst du vom vollen Versicherungsschutz (Krankenversicherung, volle Rentenansprüche).

Wann lohnt sich der Schritt?

Wenn du statt 556 € plötzlich 600 € verdienen möchtest, lohnt sich das oft! Dank der Midijob-Regelung fallen bei 600 € nur ca. 5-10 € Sozialabgaben an (falls keine Steuer anfällt). Du hättest also ca. 590 € Netto. Je weiter du über die 556 € gehst, desto mehr lohnt es sich, weil du vollen Renten- und Krankenversicherungsschutz genießt, ohne den vollen Preis zu zahlen. Ein Wechsel vom Minijob in den Midijob ist für Arbeitnehmer daher fast immer ein Gewinn.
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Häufige Fragen

Bekomme ich im Midijob volle Rentenpunkte?

Ja! Das ist der größte Vorteil des Midijobs. Obwohl du reduzierte Beiträge zur Rentenversicherung zahlst, werden deine Rentenansprüche so berechnet, als hättest du den vollen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil gezahlt.

Lohnt sich ein Midijob als Zweitjob?

Nein, meistens nicht. Ein zweiter Job neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung wird immer mit Steuerklasse 6 besteuert. Die Abzüge (Lohnsteuer + volle Sozialabgaben) sind enorm hoch.

Muss mein Arbeitgeber zustimmen, wenn ich vom Minijob in den Midijob wechseln will?

Ja, da dies eine Vertragsänderung ist und für den Arbeitgeber oft höhere Sozialabgaben bedeutet. Eine automatische Erhöhung gibt es nur, wenn sich der Mindestlohn erhöht und deine Stundenanzahl gleich bleibt.

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