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Die 4%-Regel: Wie viel Geld brauchst du für die finanzielle Freiheit?

Wie viel Vermögen brauchst du, um von den Renditen leben zu können, ohne dass dir jemals das Geld ausgeht? Die Antwort liefert die berühmte 4%-Regel.

Was ist die 4%-Regel?

Die 4%-Regel (oder "Trinity Study") besagt: Wenn du ein breit gestreutes Portfolio aus Aktien (ETFs) und Anleihen hast, kannst du im ersten Jahr des Ruhestands 4% des Gesamtvermögens entnehmen. In den Folgejahren passt du diesen Entnahmebetrag nur noch um die Inflation an. Wenn du dich daran hältst, wird dein Geld mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit für mindestens 30 Jahre reichen – oft bleibt am Ende sogar noch mehr übrig als zu Beginn.

Die x25-Formel: Berechne deinen Bedarf

Umgekehrt lässt sich mit der 4%-Regel dein benötigtes Zielvermögen extrem simpel ausrechnen. Die Formel lautet:

Jahresausgaben × 25 = Benötigtes Vermögen

Beispiel: Du brauchst im Monat 2.500 € zum Leben (30.000 € im Jahr). Dann benötigst du ein Portfolio von exakt 750.000 € (30.000 × 25). Sobald du diesen Betrag erreicht hast, hast du theoretisch die "Absolute Finanzielle Freiheit" (FIRE) erlangt.

Warum funktioniert das?

Historisch gesehen liefert der breite Aktienmarkt (z.B. MSCI World) eine durchschnittliche Rendite von 7% bis 8% pro Jahr. Wenn du nur 4% entnimmst, bleiben noch gut 3% bis 4% im Portfolio. Diese restliche Rendite fängt genau die jährliche Inflation (ca. 2-3%) ab. Dein Vermögen wächst also weiter mit der Inflation mit, während du davon lebst.

Die Trinity Study: Der Ursprung

Die Regel basiert auf einer Studie von drei Professoren der Trinity Universität. Sie testeten diese Entnahmestrategie an echten historischen Börsendaten über ALLE möglichen 30-Jahres-Zeiträume von 1925 bis 1995 (inklusive Weltkriegen und Börsencrashs). Das Ergebnis: Bei einem Portfolio aus 75% Aktien und 25% Anleihen ging das Geld bei einer 4%-Entnahme in 98% der Fälle nicht aus.

Kritik an der 4%-Regel

Die Regel ist hervorragend als grober Richtwert für deine Altersvorsorge-Ziele. Manche Experten raten heute jedoch aufgrund niedrigerer Anleihenrenditen eher zu einer konservativeren Entnahmerate von 3,5% (oder Jahresausgaben × 30). Zudem berücksichtigt die reine 4%-Regel keine Steuern (Abgeltungsteuer), die bei der Entnahme von Gewinnen in Deutschland fällig werden.
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Häufige Fragen

Muss ich meine Entnahme reduzieren, wenn es einen Börsencrash gibt?

Laut der reinen Trinity Study: Nein. Selbst wenn das Portfolio im ersten Jahr um 20% einbricht, behältst du den absoluten Euro-Betrag (angepasst an Inflation) bei. In der Realität ist es aber sicherer, die Entnahme in Krisenjahren leicht zu drosseln (z.B. auf Urlaub verzichten).

Geht mir das Geld nach 30 Jahren sofort aus?

Nein! Die 30 Jahre waren lediglich das Testfenster der Studie. In den allermeisten Szenarien der Studie war das Portfolio nach 30 Jahren sogar deutlich größer als am ersten Tag, da die Börse auf lange Sicht im Schnitt mehr als 4% erwirtschaftet.

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