Investieren

Risikofrei vs. Rendite: So teilst du deine Sparrate richtig auf

Du hast am Ende des Monats Geld übrig? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt musst du entscheiden, wohin die "freie Sparrate" wandern soll. Das Zauberwort heißt: Asset-Allokation.

Schritt 1: Der Notgroschen steht an erster Stelle

Bevor du auch nur einen Euro in den Aktienmarkt steckst, muss die Basis-Sicherheit stehen. Dein Notgroschen (ca. 3 bis 6 Monatsausgaben) gehört auf ein separates, jederzeit verfügbares Tagesgeldkonto. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, fließen 100% deiner Sparrate exakt dort hinein.

Schritt 2: Risikofrei vs. Risikobehaftet

Ist der Notgroschen voll, stellst du dein eigentliches Portfolio auf. Dieses besteht im Kern aus zwei Töpfen:

Der risikofreie Teil (Sicherheit): Tagesgeld, Festgeld, evtl. sichere Staatsanleihen. Ziel: Kapitalerhalt und Inflationsausgleich, Planbarkeit für baldige Anschaffungen (z.B. Autokauf in 3 Jahren).

Der risikobehaftete Teil (Rendite): Weltweite Aktien-ETFs. Ziel: Langfristiger Vermögensaufbau (historisch ~7% p.a.). Dieser Teil schwankt kurzfristig stark und sollte mindestens 10-15 Jahre Zeit haben.

Wie viel Prozent wohin? Die Daumenregeln

Es gibt keine pauschale Lösung, aber gute Orientierungshilfen:

Die 100-minus-Alter-Regel: 100 minus dein Lebensalter = Anteil in ETFs (Risiko). Ein 30-Jähriger investiert also 70% seiner Sparrate in den ETF und 30% auf sichere Konten.

Bedarfsorientiert: Welche großen Anschaffungen stehen in den nächsten 5 Jahren an? Dieses Geld muss zwingend in den risikofreien Teil. Alles, was du für die Rente in 30 Jahren ansparst, kann (und sollte) in den Risiko-Topf (ETF).

Dein persönlicher Split im Sankey-Diagramm

Graue Theorie? Probier es in der Praxis aus! Im Nettopilot Budgetplaner haben wir die Funktion Sparrate verteilen integriert. Am Ende deiner Budget-Berechnung kannst du dynamisch am Schieberegler spielen und siehst im Sankey-Diagramm live, wie sich deine Monatsrate in Tagesgeld, ETF und den Notgroschen aufsplittet.
Der naechste Schritt

Deine Fixkosten und Sparhebel einordnen

Sieh sofort, wo dein Netto im Alltag gebunden ist und welche Budget-Hebel bei dir wirklich relevant sind.

Zum Rechner

Thema direkt mit deinen eigenen Zahlen durchrechnen

Budget pruefen

Häufige Fragen

Sollte ich wegen der aktuell guten Zinsen mehr aufs Tagesgeld packen?

Nein, das ist oft ein Fehler. Tagesgeldzinsen gleichen die Inflation meist nur knapp aus – dein Geld gewinnt real nicht an Wert. Für echten Vermögensaufbau führt kein Weg an Sachwerten (wie weltweiten Aktien-ETFs) vorbei.

Gilt Festgeld als risikofrei?

Ja, Festgeld fällt unter die Einlagensicherung (bis 100.000 € pro Bank in der EU) und sichert dir einen fixen Zinssatz. Es eignet sich hervorragend für den risikofreien Portfolioteil, auf den du nicht täglich zugreifen musst.

Verwandte Artikel